Vulkan Teide: Höhe, Geologie und Eruptionsgeschichte

Die Fahrt durch die Kiefernwälder Teneriffas hinauf in die Caldera Las Cañadas fühlt sich an, als würde man in eine andere Welt eintreten. Die grünen Bäume lichten sich, die Luft wird kalt und dünn, und plötzlich blickt man über Meilen aus verdrehtem schwarzem Basalt und goldenem Bimsstein. Über allem thront der Vulkan Teide, ein scharfkantiger Vulkankegel, der den Atlantikhimmel zu berühren scheint. Er dominiert die Insel vollständig, wirft bei Sonnenaufgang einen dreieckigen Schatten über den Ozean und zieht jährlich Millionen Besucher an seine Hänge.

Die meisten kennen ihn nur als den mächtigen Berg im Zentrum Teneriffas, doch die Geschichte unter euren Füßen ist weit dramatischer als ein hübscher Hintergrund für Urlaubsfotos. Dieser Berg ist ein unruhiger Stratovulkan, entstanden durch katastrophale Erdrutsche, explosive Caldera-Einstürze und Jahrhunderte vulkanischer Gewalt. Zu verstehen, wie er entstand, wie hoch er ist und wann er sich zuletzt öffnete, verleiht dem Stehen in seinem Schatten eine ganz neue Bedeutung.

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Wie hoch ist der Teide? Höhe und Ausmaße

Betrachtet man die reine Höhe über dem Meeresspiegel, so beträgt die offizielle Höhe des Teide 3.715 Meter, was etwa 12.188 Fuß entspricht. Damit ist der Pico del Teide nicht nur der höchste Berg Teneriffas, sondern auch der höchste Gipfel auf spanischem Staatsgebiet. Er ist zudem der höchste Punkt auf einer Insel im gesamten Atlantik. Doch wenn man fragt, wie hoch der Teide auf Teneriffa ist, erzählt die Höhenangabe des Gipfels nur die halbe Geschichte.

Gemessen von seinem wahren Sockel auf dem dunklen Meeresboden erreicht der Vulkan Teide eine Gesamthöhe von etwa 7.500 Metern – fast 24.600 Fuß vom Meeresboden bis zum zerklüfteten Gipfel. Hinsichtlich seines vulkanischen Volumens ist er der drittgrößte Vulkan der Erde und wird nur von Mauna Loa und Mauna Kea auf Hawaii übertroffen. Hier steht ihr vor einem absoluten Koloss, der tief in der ozeanischen Kruste verankert ist.

Oben angekommen, macht sich die Höhe schnell bemerkbar. Die Luft enthält deutlich weniger Sauerstoff als unten am Strand von Costa Adeje, und schon zwanzig Schritte auf dem Gipfelpfad lassen einen außer Atem geraten.

Hinweis: Die Höhenkrankheit im Nationalpark Teide ist oberhalb von 3.000 Metern sehr real. Bei pochenden Kopfschmerzen oder plötzlicher Übelkeit solltet ihr den Aufstieg abbrechen, ausreichend Wasser trinken und sofort mit der Seilbahn absteigen, statt euch durchzubeißen.

Neben dem Hauptgipfel erhebt sich der Pico Viejo, sein alter Geschwistervulkan, der immerhin 3.135 Meter erreicht. Zusammen bilden diese beiden Gipfel eine gezackte Doppelspitze, die das Wetter auf dem gesamten Kanarischen Archipel prägt: Während die Nordhänge die Passatwolken festhalten, baden die Südstrände in ununterbrochenem Sonnenschein.

Die vulkanische Landschaft: Las Cañadas Caldera und Pico Viejo

Die surreale vulkanische Landschaft des Teide-Nationalparks entstand nicht über Nacht. Vor Millionen von Jahren verschmolzen mehrere Schildvulkane zu einem urzeitlichen Massiv. Über Jahrtausende häuften Eruptionen immer mehr Lava an, bis hier ein gigantischer Urvulkan stand, der den heutigen Gipfel leicht in den Schatten stellte. Vor etwa 170.000 Jahren verlor diese riesige Struktur jedoch ihre Stabilität und stürzte in einem gewaltigen Erdrutsch nach Norden ins Meerbecken ab.

Übrig blieb die Las Cañadas-Caldera, eine elliptische Senke von etwa 16 mal 9 Kilometern Durchmesser. In dieser riesigen Mulde drang neues Magma an die Oberfläche. Der heutige Teide-Gipfel und der benachbarte Krater des Pico Viejo wuchsen direkt aus den Trümmern des älteren, eingestürzten Systems heraus und füllten den Calderaboden mit Wellen zähflüssiger Lava und Aschefeldern.

Ein Spaziergang über den Calderaboden fühlt sich an, als würde man über den Mars wandern. Man passiert gezackte Lavafelder – vor Ort malpaís genannt –, wo scharfkantiger Basalt die Sohlen durchbohrt, direkt neben blassen Bimssteinfeldern und leuchtend grünen Phonolith-Felsnadeln.

Die Farben wechseln im Laufe des Nachmittags ständig. Gelbe Schwefelkrusten, oxidierte Eisenrötungen, tiefschwarze Obsidiane und kreideweiße Aschen kollidieren in Mustern, die man sonst nirgends in Europa findet.

Höhe, Geologie und Eruptionsgeschichte des Teide-Vulkans

Eruptionsgeschichte des Teide: Ist der Teide ein aktiver Vulkan?

Reisende fragen sich oft: Ist der Teide ein aktiver Vulkan? Die klare Antwort lautet: ja. Der Teide gilt als aktiver, aber ruhender Vulkan – er besitzt eine aktive Magmakammer unter dem Calderaboden, zeigt Gasemissionen am Gipfelrand und wird in geologischer Zukunft wieder ausbrechen. Er ist nicht erloschen, doch sein Aktivitätsrhythmus spielt sich über Jahrhunderte ab, nicht über Monate.

Der letzte Ausbruch des eigentlichen Gipfelkraters des Pico del Teide ereignete sich vor etwa 1.000 Jahren, um das Jahr 900 n. Chr. Dieses gewaltige Ereignis hinterließ eine dicke Schicht schwarzer Obsidianlava, bekannt als Lavas Negras, die den oberen Kegel bedeckt. Seitdem haben sich die Eruptionen auf Teneriffa auf Flankenrisse und parasitäre Schlote in den Riftzonen verlagert.

Christoph Kolumbus notierte 1492 während seiner ersten transatlantischen Reise einen gewaltigen Feuerschein von Teneriffa aus. Geologische Beweise deuten darauf hin, dass es sich um einen Ausbruch an der Bocca Cangrejo am nordwestlichen Grat handelte. Spätere Jahrhunderte brachten mehrere gut dokumentierte historische Eruptionen, die die Insel für immer veränderten.

Jahr Eruptionsspalte Dauer Historische Auswirkungen
1704 – 1705 Siete Fuentes, Fasnia, Arafo 3 Monate Spaltenausbrüche entlang der östlichen Riftzone, die lokale Binnenlandtäler bedrohten.
1706 Montaña Negra (Garachico) 9 Tage Lavastrom zerstörte den wohlhabenden Hafen Garachico und füllte dessen tiefen Naturhafen auf.
1798 Chahorra (Narices del Teide) 99 Tage Flankeneruption am Pico Viejo, die Basaltbomben über den Calderaboden schleuderte.
1909 Volcán Chinyero 10 Tage Jüngster Ausbruch auf Teneriffa, der unberührte schwarze Schlackefelder bei Santiago del Teide hinterließ.

Die Katastrophe von 1706 in Garachico war wirtschaftlich verheerend. Geschmolzenes Gestein durchfloss das wichtigste Handelszentrum der Insel, verschlang Zuckerlagerhäuser, Kirchen und den natürlichen Tiefwasserhafen innerhalb weniger Tage. Erstaunlicherweise gab es kaum Todesopfer, da sich die Lava langsam genug ausbreitete, sodass die Bewohner über die Klippen fliehen konnten.

Das Ereignis von 1798 an den Narices del Teide war spektakulär: Über drei Monate schossen Aschewolken tausende Fuß in den Himmel. Seit dem Ausbruch des Chinyero 1909 genießt Teneriffa nun schon über ein Jahrhundert lang oberirdische Ruhe.

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Aufstieg zum Pico del Teide: Wissenswertes

Den höchsten Punkt der Insel zu erreichen, ist ein unvergessliches Abenteuer – erfordert jedoch sorgfältige Planung. Die meisten Besucher nehmen die Seilbahn von der Talstation auf 2.356 Metern bis zur Zwischenstation La Rambleta auf 3.555 Metern. Von dort aus sind die letzten 160 Höhenmeter zum Kraterrand streng reguliert, um die fragile Geologie zu schützen und die Wege nicht zu überlasten.

Der Aufstieg zum Gipfelkrater ist kein spontanes Unterfangen. Ein Gipfelerlaubnis für den Teide ist für den letzten Abschnitt des Weges Nr. 10 (Telesforo Bravo) zwingend erforderlich, und die Kontingente sind in der Hochsaison oft zwei bis drei Monate im Voraus ausgebucht.

Tipp: Falls die Erlaubnisse auf der offiziellen Website des Nationalparks ausgebucht sind, kann eine geführte Tour mit reserviertem Gipfelzugang oder eine Übernachtung in großer Höhe manchmal den Zugang zum gesperrten Weg ermöglichen.

Wer lieber zu Fuß geht statt die Seilbahn zu nutzen, kann den Teide über die Montaña Blanca besteigen. Die klassische Route dauert etwa fünf bis sechs Stunden steilen Anstiegs über lockeren Bimsstein und scharfkantigen Basalt. Der Anstieg ist extrem, die Luft wird oberhalb von 2.700 Metern spürbar dünner, und der Wind kann die Temperaturen selbst im Hochsommer unter den Gefrierpunkt drücken.

Auf dem Kraterrand angekommen, sind alle Mühen vergessen. Man blickt hinab in die schwefelgelbe Senke, riecht die warmen vulkanischen Gase, die aus kleinen gelben Rissen aufsteigen, während sich das gesamte Archipel am Atlantishorizont ausbreitet.

Höhe, Geologie und Eruptionsgeschichte des Teide-Vulkans

Vulkan-Alarmstufen und heutige Überwachung

Da Millionen Touristen und fast eine Million Einwohner diese vulkanische Insel teilen, wird die vulkanische Aktivität Teneriffas rund um die Uhr überwacht. Das Instituto Geográfico Nacional (IGN) und das Instituto Volcanológico de Canarias (INVOLCAN) betreiben ein dichtes Netzwerk aus Seismometern, GPS-Bodenverformungssensoren, Gas-Messstationen und Satellitenradar über den gesamten Park.

Wenn sich unter der Caldera kleine Schwarmbeben ereignen, verkünden reißerische Schlagzeilen manchmal eine drohende Katastrophe. Die Realität vor Ort ist jedoch weit weniger dramatisch. Mikrobeben treten regelmäßig unter ruhenden Vulkaninseln auf, wenn sich hydrothermale Systeme verschieben und tiefe unterirdische Gase durch bestehende Bruchzonen wandern.

Die aktuelle Vulkan-Alarmstufe für Teneriffa liegt bei Grün, was normale Hintergrundaktivität bedeutet. Vulkanologen sind sich einig, dass jeder zukünftige Ausbruch durch klare Warnzeichen angekündigt wird: anhaltende spürbare Beben, messbare Bodenhebungen und starke Anstiege der Kohlendioxidemissionen.

Zukünftige vulkanische Aktivität wird voraussichtlich dem Muster der letzten Jahrtausende folgen: Flankenspaltenausbrüche, die langsame Basaltströme produzieren, statt katastrophale explosive Ausbrüche aus dem Gipfelkrater. Die Insel ist bestens vorbereitet, mit etablierten Evakuierungsplänen und Überwachungsstationen, die zu den fortschrittlichsten der vulkanischen Welt zählen.

Häufig gestellte Fragen zum Vulkan Teide

Ist der Teide ein aktiver oder ruhender Vulkan?

Der Teide gilt offiziell als aktiver Vulkan, der sich derzeit in einem ruhenden Zustand befindet. Der letzte Gipfelausbruch ereignete sich um das Jahr 900 n. Chr., doch im Kraterinneren entweichen weiterhin Dampf und Schwefelgase.

Wann brach der letzte Vulkan auf Teneriffa aus?

Der jüngste Vulkanausbruch auf Teneriffa fand im November 1909 am Chinyero-Schlot nordwestlich des Teide-Massivs statt. Die Eruption dauerte zehn Tage und forderte keine menschlichen Opfer.

Wie hoch ist der Gipfel über dem Meeresspiegel?

Der Gipfel des Teide erreicht eine Höhe von 3.715 Metern (12.188 Fuß) über dem Meeresspiegel und ist damit der höchste Berg Spaniens sowie der höchste Punkt auf einer Atlantikinsel.

Schnellübersicht

  • Gipfelhöhe: 3.715 Meter (12.188 Fuß)
  • Gesamthöhe des Vulkans: 7.500 Meter vom Meeresboden
  • Letzter Gipfelausbruch: Um 900 n. Chr.
  • Jüngster Inselausbruch: Volcán Chinyero 1909
  • Aktuelle Alarmstufe: Grün (normale Hintergrundaktivität)

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Das Fazit

Mit schwefelhaltigen Dämpfen, die um deine Stiefel wirbeln, wird einem bewusst, wie lebendig Teneriffa wirklich ist. Die Insel ist nicht nur eine Ansammlung sonniger Badeorte und Palmen, sondern der verwitterte Gipfel eines gigantischen Ozeanvulkans mit einer außergewöhnlichen Vergangenheit. Nehmt euch Zeit, um durch die Caldera zu wandern, beobachte, wie das Nachmittagslicht die Bimssteinfelder von blassem Creme zu tiefem Bernstein verwandelt, und respektiert die rohe unterirdische Hitze, die still unter euren Füßen schlummert.

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